Der neue Vorsitzende der SPD Eberbach stellt sich vor

"Antrittsrede" von Jan-Peter Röderer

Mit meinen 31 Jahren bin ich nach dem Studium der molekularen Neurowissenschaften mittlerweile in der Qualitätssicherung bei dem Pharmaunternehmen Catalent Pharma Solutions in Eberbach tätig. Mein politisches Engagement begann ich mit der Kommunalwahl 2014. Seit 2015 bin ich nun Mitglied des Gemeinderats und seit 2 Jahren stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Eberbach. Nach meiner Teilnahme am 47. Kurs der bundesweiten sozialdemokratischen Kommunal-Akademie wurde ich zusätzlich vor ungefähr einem Jahr als Mitgliederbeauftragter in den Kreisvorstand der SPD Rhein-Neckar gewählt.

 

In den heutigen Zeiten leidet die Sozialdemokratie in ganz Europa aber vor allem auch die SPD in Deutschland massiv. Das liegt natürlich auch daran, dass die Parteiführung in letzter Zeit alles andere als glücklich gehandelt hat und wir es einfach immer noch nicht schaffen unsere Erfolge, egal ob im Bund oder im Land, auch als Erfolge der SPD zu verkaufen.

Wir kamen jetzt nach der miserablen Bundestagswahl durch das Scheitern, oder eher das von vornherein geplante Scheitern, von Jamaika in die Situation, doch wieder über eine große Koalition zu verhandeln. Dabei habe ich durch meine Tätigkeit im Kreisvorstand der SPD im überall gemerkt, dass die Meinungen dazu weit auseinander gingen. Ich kann sogar viele Argumente der Befürworter einer erneuten großen Koalition nachvollziehen, trotzdem waren für mich die Argumente dagegen die besseren! Für mich bedeutete das Wahlergebnis die klare Abwahl einer großen Koalition, dazu meine Befürchtungen von 4 Jahren "weiter so" ohne große Impulse und die Tatsache der AfD als stärkste Oppositionspartei. Aber unabhängig davon ob man jetzt dafür oder dagegen war, konnten wir doch bei dieser Sache nur verlieren: Gehen wir in die GroKo sind wir unglaubwürdig und haben unser Wort gebrochen, gehen wir nicht verweigern wir uns der Verantwortung und lassen unser Land im Stich. Mit der Benennung der zukünftigen Minister und der Trennung von Partei- und Fraktionsvorsitz von Regierungsamt habe ich wieder etwas Hoffnung, Jedoch muss die dringend nötige Erneuerung der SPD, personell und inhaltlich, nun endlich vorangetrieben werden.

Nach dem Votum und der Zustimmung zur großen Koalition sieht man nun, dass nach vielen Neueintritten direkt nach der Wahl und nochmal vor dem Votum zahlreiche, vor allem langjährige SPD Mitglieder der Partei den Rücken kehren und austreten. Das ist schade und für mich der falsche Weg! Als eingefleischter Fan eines Fußballvereins sagt man doch auch nicht in Krisenzeiten und wenn einem das Handeln der Vereinsführung nicht passt einfach tschüss und tritt aus?! Meiner Meinung nach muss man jetzt noch mehr kämpfen und mit noch mehr Einsatz die bereits erwähnte Erneuerung von unten aus den Ortsvereinen nach oben durchdrücken! Denn "Die Kommunalpolitik ist nicht das Kellergeschoss der Demokratie, sondern die Basis eines funktionierenden, sozialen und demokratischen Rechtsstaates" (Franz Müntefering).

Und genau deswegen will ich heute Vorsitzender der SPD Eberbach werden. Wir haben hier zwar nicht mit all den Problemen der großen Politik zu kämpfen, aber eine Erneuerung muss auch bei uns stattfinden. Nicht weil die bisherige Arbeit schlecht war, ganz im Gegenteil, sondern weil auch wir die Zeichen der Zeit erkennen und uns modernisieren müssen, sonst sind wir irgendwann abgehängt. Wir sind da bei der SPD Eberbach denke ich auf einem guten Weg und ich freue mich auf die neuen Herausforderungen, ganz besonders auf den Wahlkampf zur Kommunalwahl 2019!

Jan-Peter Röderer